Auf der Website vom Bundespräsidenten heißt es zur staatstheoretischen Funktion schön blumig: “Der Bundespräsident steht als Staatsoberhaupt protokollarisch an der Spitze des Staates. Er ist das Verfassungsorgan, das die Bundesrepublik Deutschland nach innen und nach außen repräsentiert. Dies geschieht, indem der Bundespräsident durch sein Handeln und öffentliches Auftreten den Staat selbst – seine Existenz, Legitimität, Legalität und Einheit – sichtbar macht. Darin kommen zugleich die Integrationsaufgabe und die rechts- und verfassungswahrende Kontrollfunktion seines Amtes zum Ausdruck. Sie wird ergänzt durch eine politische Reservefunktion für Krisensituationen des parlamentarischen Regierungssystems.” Ferner heißt es “Die Persönlichkeit des Amtsinhabers prägt deshalb zwangsläufig die Amtsführung in besonderem Maße” (Quelle: www.bundespraesident.de).
Der Amtseid, den Christian Wulff abgelegt hat, lautet: “Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe” (vgl. Wikipedia).
Die Kritik die der Bundespräsident in den vergangenen Wochen durch ein Darlehen bzw. einen zinsgünstigen Bankkredit erfahren hat, sowie ein Anruf bei dem Chefredakteur von der Bild-Zeitung beschaden das Amt und die Amtsführung – auch aus dem Grund, da er den Bundeskanzler zur Wahl vorschlagen kann (Art 63 GG). Wollen wir als Volk einen Bundespräsidenten, der an der Grenze zum Gesetz schlittert und nach innen und nach außen das schöne Deutsch-Land repräsentiert? Oder soll das Volk in Zukunft sein Staatsoberhaupt lieber selber mittes Direktwahl wählen?
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